Einen Schritt weiter zur weltweit ersten Passivhausklinik

23 April 2020 10:08

Das Klinikum Frankfurt Höchst (KFH) erreicht hervorragende Werte für Luftdichtheit. Damit ist ein weiterer Schritt zur ersten Klinik mit Passivhausstandard getan. Das Neubauprojekt in Frankfurt weist damit den Weg in die Zukunft des Klinikbaus.

Die Stadt Frankfurt hat hohe Klimaziele, unter anderem will sie bis 2050 klimaneutral sein. Um das zu erreichen, hat Frankfurt als erste deutsche Stadt für alle öffentlichen Gebäude den Passivhausstandard festgeschrieben. So auch für den Neubau des KFH mit seinen sechs Geschossen, zehn Operationssälen, einem Hybrid-OP, und 666 Betten. Begleitet wird das Pilotprojekt im Klinikbau vom Passivhaus Institut in Darmstadt.

Energiebedarf an Kliniken

Klinikgebäude gelten statistisch als besonders hohe Energieverbraucher. So ist der Stromverbrauch in einem Krankenhaus normalerweise drei bis vier Mal so hoch wie in einem Wohngebäude vergleichbarer Größe. Das liegt nicht nur an den vielen medizinischen Apparaten, sondern auch am Dauerbetrieb eines Krankenhauses von 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr. Zudem muss das komplexe Zusammenwirken aller Energieströme betrachtet werden wie Beleuchtung, Lüftung, Trinkwarmwasserbereitung, EDV, Heizung und Kühlung. Diese hohen Anforderungen machen Krankenhäuser für Energieschutzmaßnahmen, wie den Passivhausstandard, besonders interessant.

Hervorragende Werte am KFH für Luftdichtheit

Die Luftdichtheit des Gebäudes ist eines der Verbrauchswerte, die Ihren Anteil zur positiven Energiebilanz leisten. Eine gute Luftdichtheit trägt dazu bei, den zukünftigen Energieverbrauch niedrig zu halten. Die Tests im Klinikum Frankfurt Höchst​ zeigten ein hervorragendes Ergebnis. Mit seinen 61.000 m² Energiebezugsfläche hat das KFH einen n50-Wert von nur 0,13 1/h erreicht. Erlaubt sind bis zu 0,6 1/h beim Passivhaus-Standard und das KFH wollte sogar einen Wert von 0,3 1/h erreichen - beide Werte wurden somit unterboten. Das KFH ist also auf einem sehr guten Weg zur Zertifizierung als weltweit erstes Passivhaus-Krankenhaus.

Blower-Door Test am Klinikum Frankfurt Höchst

© BAM Deutschland AG

Passivhausstandard

Das Passivhaus ist ein Gebäudestandard, der das Gebäude als energieeffizient, komfortabel, wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich auszeichnet. Passivhäuser verbrauchen 90 Prozent weniger Heizwärme als herkömmliche Gebäude und sind somit deutlich energieeffizienter. Das wird unter anderem durch 3-fach verglaste Fenster und hochwirksame Wärmedämmung erreicht. Der größte Teil des Wärmebedarfs wird dabei aus „passiven“ Quellen, wie Sonneneinstrahlung oder im Inneren vorhandene Energiequellen gedeckt. Gleichbleibend frische Luft und eine gleichmäßige Raumwärme erhöhen außerdem den Wohnkomfort.

Raumkomfort für Patienten

Bei dem Energiekonzept in Kliniken findet auch das Wohlgefühl des Patienten unter dem Aspekt der Genesung eine besondere Berücksichtigung. So spielt auch der Raumkomfort eine wichtige Rolle. In Krankenzimmern wird eine erhöhte Raumtemperatur von rund 23 Grad als angenehm empfunden. Am Klinikum Frankfurt Höchst sollen die Raumtemperaturen, aufgrund des guten Wärmeschutzes, mit geringem Energiebedarf gedeckt werden können. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung soll außerdem dafür sorgen, dass durchgehend frische und vorgewärmte Luft in die Räume strömt.